Zum Inhalt springen

Aus Hilfe wird Zukunft: :Caritas-Fluthilfe blickt nach vorne

Mehr als fünf Jahre nach der Flutkatastrophe ist die Caritas-Fluthilfe weiterhin für die Menschen im Ahrtal da. Noch bis zum 31.12.2026 läuft das Projekt, bevor die Fluthilfe als eigener Fachdienst endet und damit ein außergewöhnliches Kapitel für den Verband und die Region.
Datum:
7. Okt. 2026

Mehr als fünf Jahre nach der Flutkatastrophe ist die Caritas-Fluthilfe weiterhin für die Menschen im Ahrtal da. Noch bis zum 31. Dezember 2026 läuft das Projekt, bevor die Fluthilfe als eigener Fachdienst endet und damit ein außergewöhnliches Kapitel für den Verband und die Region. Ende September kamen Mitarbeitende, Ehrenamtliche sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik, Hilfsorganisationen und sozialen Institutionen zu einem vorgezogenen Abschiedsfest zusammen.

Die Dimension der Hilfe ist beachtlich: Bis Ende August diesen Jahres wurden über sechs Millionen Euro allein als Haushaltsbeihilfe und Wiederaufbauhilfen direkt an Betroffene ausgezahlt sowie 1.748 Haushaltsbeihilfen und 118 Wiederaufbauhilfen bewilligt. Hinzu kamen psychosoziale Begleitung, Sozial-, Schuldner- und Insolvenz- sowie Baufachberatung und zahlreiche Angebote im Sozialraum.

„Wiederaufbau bedeutet nicht nur, Häuser wiederaufzubauen. Es bedeutet auch, Alltag wiederaufzubauen. Die Fluthilfe als eigene Struktur endet, unsere Verantwortung für die Menschen bleibt“, betonte Caritasdirektor Christian von Wichelhaus. Aus der unmittelbaren Nothilfe seien über die Jahre Beratungsangebote, Begegnungsorte und Projekte entstanden, die Menschen langfristig begleiteten.

Niklas Sebastian, Leiter des Fachdienstes Fluthilfe, dankte besonders den aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden: „Wir stehen nicht gern in der ersten Reihe, aber heute darf ich es sagen: Ihr habt fünf Jahre lang unfassbar engagierte, kreative Arbeit geleistet. Euch gilt mein tiefster Dank.“

Staatssekretär Dirk Herber, der in Vertretung von Ministerpräsident Schnieder zu Gast war, würdigte die Arbeit: „Sie haben den Menschen geholfen, wieder Halt und Perspektive zu finden. Solche Leistungen stehen nicht in einer Jobbeschreibung, sie entstehen, wenn Menschen mehr tun, als ihre Aufgabe verlangt. Nicht alles davon ist sichtbar, aber vieles davon bleibt.“

Auch der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies betonte: „Die Fluthilfe ist eines von vielen wichtigen Kapiteln der Arbeit der Caritas in unserem Kreis, aber sicher eines, das wir nie vergessen werden.“

Getragen wird die Fluthilfe von einem großen Netzwerk aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, Kommunen, Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen, Kirche, Förderern, Unternehmen, Initiativen sowie zahlreichen Spenderinnen und Spendern.

Bis zum Jahresende stehen die Mitarbeitenden weiterhin an der Seite der Menschen im Ahrtal. Zugleich werden Erfahrungen und einzelne Angebote der Fluthilfe in die reguläre Arbeit des Caritasverbandes überführt und teilweise fortgeführt.

Zum Abschluss pflanzten die Mitarbeitenden der Fluthilfe einen Baum. Er steht für das, was nach mehr als fünf Jahren bleibt und weiterwachsen soll: Erfahrungen, Beziehungen und Strukturen, die die Caritas und die Region über die Fluthilfe hinaus prägen werden.