Bitte wählen Sie aus den Foren aus und geben Ihre Priorität 1 und 2 an.
Forum 1: Schutzraumangebot im Schulalltag – Raum für Halt, Entwicklung und Zugehörigkeit
Psychosoziales Zentrum Rhein-Mosel-Ahr, Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V.
Seit zehn Jahren bietet das Psychosoziale Zentrum Rhein-Mosel-Ahr niederschwellige Gruppenangebote für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung an. In einem geschützten, professionell begleiteten Rahmen stehen die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund.
In einem Pilotprojekt wurde dieses Schutzraumkonzept für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrungen in den Schulalltag einer Realschule plus übertragen. Ziel ist es, Schulen die Möglichkeit zugeben, einen sicheren Ort anzubieten, an dem belastende Erfahrungen aufgegriffen und begleitet werden können.
Das Forum stellt das schulbasierte Gruppenprojekt vor und beleuchtet seine Wirkung auf Kinder und Schulgemeinschaft.
Forum 2: Perspektivenwechsel – Lebensrealität von männlichen Geflüchteten
Marcel Kaya, Systemischer Deeskalationscoach
Die Arbeit mit geflüchteten Jungen & Männern stellt Sozialarbeiter*innen und Betreuungspersonen vor besondere Herausforderungen. Oft sind ihre Erfahrungen von Flucht, Verlust, Identitätskonflikten und gesellschaftlichen Erwartungen geprägt, was sich auf ihre Integration und ihr Wohlbefinden auswirkt. Dabei wird häufig übersehen, wie viel Druck durch die Anforderungen an das Männerbild entsteht.
In diesem Workshop, der durch die langjährigen Erfahrungen des Referenten im Heros Projekt inspiriert wurde, erhalten die Teilnehmenden einen praxisnahen Einblick in die Lebensrealitäten geflüchteter Männer. Durch Fallbeispiele, interaktive Methoden und Reflexionsübungen werden zentrale Themen wie Männlichkeitsbilder, Trauma, Diskriminierung sowie soziale und kulturelle Anpassungsprozesse beleuchtet.
Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse und Herausforderungen dieser Zielgruppe zu entwickeln und eine veränderte Perspektive einzunehmen, um eine kultursensible und empowernde Begleitung zu ermöglichen.
Forum 3: Radikalisierung - Einblicke in ein komplexes Phänomen
Beratungsstelle SALAM gegen islamistische Radikalisierung in Rheinland-Pfalz
Was ist Radikalisierung? Woran erkenne ich, ob sich jemand radikalisiert und wie damit umgehen? An wen kann ich mich wenden, wenn ich den Verdacht habe, dass sich jemand aus meinem Umfeld radikalisiert?
Das Forum versucht darauf Antworten zu geben, indem verschiedene Dimensionen von Radikalisierung thematisiert und dabei insbesondere radikalisierungsbegünstigende Faktoren aufgezeigt werden.
Weiter wird der Blick auf islamistische Akteure und Gruppierungen sowie deren Methoden gelenkt, und aufgezeigt, warum diese eine starke Attraktivität für Menschen in ihren individuellen Lebenslagen haben können.
Forum 4: Verrückt? Na und! Psychisch fit in der Schule. Ein Präventionsprogramm für Jugendliche - auch mit belastenden Erfahrungen
gpe (Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen) gGmbH
Im schulischen Kontext treffen Kinder und Jugendliche mit den verschiedensten Hintergründen und Lebensgeschichten aufeinander. 75% aller psychischen Erkrankungen beginnen vor dem 24. Lebensjahr, 50% vor dem 14. Lebensjahr. 20% der Schüler:innen durchleben psychische Störungen. Aus unserer Erfahrung ist die Schule der ideale Ort, um alle Jugendlichen erreichen zu können. Wir machen mit unserem Präventionsprogramm psychische Krisen klassenweise besprechbar, reduzieren Stigma, Ängste und Vorteile, vermitteln Zuversicht und Lösungswege und zeigen, wie Schüler:innen und Lehrkräfte gemeinsam Krisen meistern und seelische Gesundheit stärken können, damit die Lebenswelt Schule zu einer gesunden Entwicklung beitragen kann. Im Konzept des Präventionsprogramms sind Erfahrungsberichte von Menschen mit Krisenerfahrung inkludiert. Sie berichten, wie sie mit belastenden Situationen umgegangen sind, was Ihnen in dieser Zeit geholfen hat. Gemeinsam werden Vorurteile abgebaut und das Verständnis füreinander gestärkt. Die Schüler:innen erarbeiten, wie sie sich gegenseitig unterstützen können. Die Schüler:innen, die noch keine oder auch schon selbst belastende Erfahrungen gemacht haben, erleben oft in diesem geschützten Rahmen die Möglichkeit, eine neue Perspektive auf die eigene Geschichte oder die Geschichte der anderen Jugendlichen einzunehmen. Das Handlungsrepertoire wird erweitert und Schwellenängste gegenüber Unterstützungsangeboten abgebaut.
In dem Forum wird das Präventionsprogramm, auch unter dem Aspekt der Jugendlichen mit Fluchterfahrung, vorgestellt.
Forum 5: Brückenfrauen als Schlüsselakteurinnen kultursensibler (psychosozialer) Versorgung
Psychosoziales Zentrum Westpfalz, DRK Kreisverband Kaiserslautern-Stadt e.V.
Geflüchtete Frauen, die in familiären und kulturellen Parallelstrukturen leben, können selbst nach Jahren häufig vom regulären Hilfesystem ausgeschlossen bleiben. Klassische Angebote erreichen dieses hochvulnerable Klientel oftmals nicht oder zu spät.
Das Brückenfrauen-Projekt des Psychosozialen Zentrums Westpfalz folgt einem systemisch-kultursensiblen Ansatz. Psychisch stabile, integrierte Frauen mit Migrationshintergrund übernehmen als sogenannte Brückenfrauen eine professionell begleitete Schlüsselrolle in der Kontaktanbahnung, Stabilisierung und nachhaltigen Einbindung isoliert lebender geflüchteter Frauen in (psychosoziale) Versorgungsstrukturen. Sie agieren an der Schnittstelle zwischen Familiensystem, Community und Fachstellen und ermöglichen so niedrigschwellige Zugänge, ohne die Frauen zu überfordern oder bestehende Loyalitätskonflikte zu verschärfen. Das Forum zeigt wie diese Strukturen aufgebaut und in verschienden Kontexten umgesetzt werden können.