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Veröffentlichung hier am 20. Januar 2012

Bundesfachtagung „Wo bleiben die Helfer?“


Das Foto zeigt Elise Bittenbinder, Vorsitzende der BafF, bei ihrem Vortrag in Mainz.

Zur dreitätigen Bundesfachtagung „Wo bleiben die Helfer?“ - Psychohygiene in der Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen und Folterüberlebenden waren Mitte Dezember 100 Teilnehmer – Therapeuten, Ärzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen – in die Landeshauptstadt nach Mainz gekommen, wo sie von Irene Alt, Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz, herzlich begrüßt wurden. Namhafte Referenten der Bundesfachtagung stellten fest, dass professionelle und ehrenamtliche Kräfte, die traumatisierten Flüchtlingen helfen und einen Teil der behandlungsbedürftigen Traumata ihrer Klienten mittragen, Unterstützung brauchen. Über „Sekundärtraumata und Burnout-Prophylaxe“ sprach die Göttinger Psychotherapeutin Michaela Huber, Supervisorin und Ausbilderin Traumabehandlung, in ihrem Eröffnungsvortrag. Als weitere Referenten fanden Monika Lutz, Beatrice Patsalides-Hofmann, Professor Dr. Christiane Rost und Dr. Erwin Schmidt Gehör. Ein Ziel der Tagung war es, dem Burnout von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Helferberufen entgegenzuwirken.

Eingeladen hatte die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e.V (BAfF). Die Organisation lag in den Händen der Arbeitsgemeinschaft Flucht und Trauma Rheinland-Pfalz, zu der das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge der Caritas in Mayen, die Ökumenische Beratungsstelle für Flüchtlinge in Trier und der Fachdienst für Flüchtlinge und Migranten des Diakonischen Werkes in Altenkirchen gehören.

Markus Göpfert von der Arbeitsgemeinschaft Flucht und Trauma Rheinland-Pfalz: „Mit 100 Teilnehmern hatten wir eine sehr erfolgreiche Tagung. Dabei wurde immer wieder deutlich, wie wichtig es für uns als Helfer ist, achtsam mit sich selbst umzugehen. Leider ist die finanzielle Absicherung der Zentren in Deutschland bei weitem nicht hinreichend gesichert und die adäquate gesundheitliche Versorgung der Flüchtlinge politisch nicht selbstverständlich. Dies stellt für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Zentren neben den alltägliche Herausforderungen eine besondere Belastung dar.“

Die Bundesfachtagung in Mainz nahm Elise Bittenbinder, Vorsitzende der BAfF, zum Anlass, den „Diotima-Ehrenpreis“ auf Wanderschaft zu schicken. Dieser war ihr im Mai 2011 in Berlin von der Bundespsychotherapeutenkammer überreicht worden, um das Engagement der 23 Zentren und Fachstellen, die in der BAfF organisiert sind, zu ehren. Die Zentren setzen sich bundesweit  für Opfer von Menschenrechtsverletzungen, Krieg und Folter ein. Für Elise Bittenbinder war es deshalb wichtig, dass der „Diotima-Ehrenpreis“ nicht in Berlin bleibt, wie sie bei der Weitergabe an die Arbeitsgemeinschaft Flucht und Trauma Rheinland-Pfalz hervorhob: „Der Preis soll nun wandern und in jedem Jahr bei einer anderen Einrichtung von uns Platz finden. Die Psychotherapeutenschaft erkennt durch die Preisverleihung an, dass Menschen, die in unserem Land Sicherheit suchen, selbstverständlich die professionelle Hilfe erhalten müssen, die sie brauchen, um die erlittenen seelischen Qualen zu verarbeiten.“ Markus Göpfert, der den Preis für die Arbeitsgemeinschaft Flucht und Trauma Rheinland-Pfalz für ein Jahr entgegen nahm, freut sich, dass Rheinland-Pfalz der zweite Standort dieser bundesweiten Auszeichnung ist.

Der „Diotima-Ehrenpreis“ ist nach Diotima aus Mantinea benannt. Die antike Priesterin hatte den Philosophen Sokrates inspiriert, die Seele des Menschen in den Mittelpunkt seines Denkens und Lehrens zu stellen.
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