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Veröffentlichung hier am 6. Dezember 2011

Erste Schritte zur demenzfreundlichen Kommune sind gemacht

Demenzkampagne an der Rheinschiene zieht positive Bilanz und blickt in die Zukunft

Viele Interessierte aus Politik, Sozialem und Gesellschaft nahmen an der Abschlussveranstaltung der Demenzkampagne an der Rheinschiene 2011 im Pfarrzentrum St. Peter und Paul in Remagen teil, die den zukunftsweisenden Titel trug „Blick nach vorne – Leben mit Demenz in der Gemeinde“. Viele Erfahrungen konnte die Leitstelle Demenz mit tatkräftiger Unterstützung von Vertreterinnen der Einrichtungen, Kommunen, Kirchengemeinden, Politik, Pflegestützpunkte und der Beratungs- und Koordinierungsstelle Ehrenamt sammeln, wie Katharina Steinich von der Leitstelle Demenz gleich zu Beginn verdeutlichte. Mit den 26 Veranstaltungen – Schulungen, Jahreszeitentreffs, Gottesdienste, Konzerten, offenem Singen, Film- und Themenabenden – erreichte die Kampagne „Auf gute Nachbarschaft“ 1259 Besucher. Dabei kam man den vier gesteckten Zielen ein gutes Stück näher: Die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Demenz, die Vermittlung eines positiveren, realistischeren Bildes von Demenz, die soziale Teilhabe demenzkranker Menschen am gesellschaftlichen Leben und schließlich viertens das bürgerschaftliche Engagement. Während die Informations- und Filmabende sehr gut besucht waren, bestanden bei Veranstaltungen, die für Menschen mit Demenz und alle Bürgerinnen und Bürger angeboten wurden, offensichtlich Berührungsängste in der Bevölkerung. Dennoch befindet man sich auch hier auf dem richtigen Weg, den man weitergehen will. Sehr positiv wurden die zielgruppenspezifischen Fortbildungen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG. Sinzig und von 20 Polizisten der Polizeiinspektion Remagen angenommen. „Natürlich ist die Kampagne nur ein Schritt“, führte Katharina Steinich aus und kündigte weitere zielgruppenspezifische Veranstaltungen, die Initiierung eines Betreuungscafés, Angebote für Menschen im frühen Demenzstadium und eine noch bessere Vernetzung von Ärzten und ambulanten Pflegediensten an.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Professor Dr. Hermann Brandenburg, Pflegewissenschaftliche Fakultät PTH Vallendar mit dem Schwerpunkt Altern und Demenz, moderiert wurde, unterstrichen die Redner – Elke Bachmann-Görl, Pfarrerin Inge Gäbel, Frauke Simeit, Uli Adams und Bürgermeister Wolfgang Kröger – die Notwendigkeit, das Thema Demenz aus der Tabuzone herausgeholt zu haben. Frauke Simeit, Leiterin des 60-plus-Aktiv Treffs des Postsportvereins Remagen, bedauerte in der Runde, dass die „Hemmschwelle für pflegende Angehörige ziemlich groß ist. Das ist schade, denn Menschen mit Demenz, die Sport treiben, stehen dem Leben insgesamt positiver gegenüber, sammeln Kräfte und sind seltener depressiv.“ Auch für die Vermeidung von Stürzen sei Sport ein probates Mittel. Das die Schamgrenze bei betroffenen Familien sehr hoch liegt, konnte Elke-Bachmann Görl, Leiterin der Curanum-Seniorenresidenz Remagen nur bestätigen: „Die Menschen kommen viel zu spät zu uns.“ Alle Redner waren sich darin einig, diesem Schamgefühl entgegenwirken zu müssen.

Diese Einschätzung teilte auch Geschäftsführer Peter Wißmann, dessen Organisation Demenz Support Stuttgart sich seit vielen Jahren für die Interessen von Menschen mit Demenz engagiert, in seinem Kurzreferat „Blick nach vorne - Leben mit Demenz in der Gemeinde“. Peter Wißmann nannte es zwingend notwendig, die Bevölkerung mit ins Boot zu holen: „Wir werden es mit unserem Sozialsystem nicht schaffen, die Sorge um die Älteren zu organisieren. Wir sind gezwungen, uns ganz andere Gedanken zu machen und als Bürger wieder mehr Verantwortung zu übernehmen. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir im Alter leben wollen.“ Es sei notwendig, das Netzwerk aus Bürgern, Politik, Kirchen und Vereinen weiter zu intensivieren, betonte Wißmann und sagte zu den weiteren Zielen: „Es geht eigentlich nicht nur ums Alter. Eine demenzfreundliche Kommune muss eine menschenfreundliche Kommune sein“. Ganz in diesem Sinne hat die Demenzkampagne an der Rheinschiene die Städte und Gemeinden ein gutes Stück weitergebracht.

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