Veröffentlichung hier am 13. Juli 2010

Regionaltreffen der Projektträger Migration
fand in Mayen statt
EU-Fondsverwaltung informierte Hauptamtliche aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland

Die Projektträger der Migrationsarbeit aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland finden einmal im Jahr zum Regionaltreffen zusammen. Das diesjährige Meeting in der Pfarrbegegnungsstätte Herz-Jesu in Mayen bot den leitenden Mitarbeitern Gelegenheit zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Die regelmäßigen Treffen sollen erreichen, dass gute Ideen weitergetragen und auch andernorts umgesetzt werden. So stellten Anwesende den anderen Teilnehmern ihre Projekte vor.
Ein Brückenschlag zwischen der EU-Kommission und dem Mitgliedsstaat Deutschland war der Vortrag von Rudolf Winter vom Bundesamt für Flüchtlinge und Migration, Leiter der EU-Fondsverwaltung mit Sitz in Nürnberg, der das Jahresprogramm der Bundesrepublik Deutschland präsentierte. Rudolf Winter zeigte die aktuelle Entwicklung in Europa auf und sprach über die in den EU-Fonds zur Verfügung stehenden Geldtöpfe. Die Europäische Kommission fördert durch mehrere Förderprogramme die Verbesserung der Lebenssituation von Flüchtlingen und die Integration von Zuwanderern in den EU-Mitgliedstaaten. Rudolf Winter: „Hier in Mayen werden Schwierigkeiten bei der Umsetzung politischer Zielsetzungen diskutiert. Es finden auch Austausch- und Fragerunden statt. Die an diesem Treffen beteiligten Organisationen sind abhängig von finanziellen Zuwendungen, doch die EU zahlt im Regelfall nur die Hälfte. Die anderen 50 Prozent muss der Träger aus eigener Kasse bezahlen, wobei auch die Bundesländer und Kommunen einen Teil beisteuern können.“ Angesichts leerer Kassen und der insgesamt angespannten wirtschaftlichen Situation keine optimalen Voraussetzungen.
Dabei sind die EU-Füllhörner mit 13,5 Millionen Euro für den Integrationsfonds, 7,9 Millionen Euro für den Flüchtlingsfonds und 3,7 Millionen Euro für den Rückkehrfonds bei Weitem nicht ausreichend, um der Vielzahl von Zuwendungsanträgen gerecht zu werden.
Der Europäische Integrationsfonds (EIF) dient der Eingliederung von Migranten, die keine EU-Bürger sind, die also aus Afrika, Amerika, Asien oder aus der Türkei stammen. Diese Menschen werden in Deutschland durch eine Reihe von Maßnahmen unterstützt: diese reichen von der Bildung über die soziale und gesellschaftliche Integration bis zur interkulturellen Kompetenz. So fehlt vielen Jugendlichen beispielsweise die Schul- und Sprachbildung. Zudem wird die gesellschaftliche Teilhabe gefördert, um u.a. Vereine und Kirchen für den interkulturellen Dialog zu öffnen.
Der Europäische Flüchtlingsfonds (EFF) berücksichtigt Asylbewerber, Flüchtlinge und Folteropfer. So unterstützt der Flüchtlingsfonds beispielsweise bei uns das beim Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. angesiedelte Projekt IN TERRA – Psychosoziale Fachstelle für Flüchtlinge – eine Anlaufstelle für durch Krieg- und Folter traumatisierte Flüchtlinge.
Der Europäische Rückkehrfonds (ERF) soll Ausländern, die sich illegal in Deutschland aufhalten, zu einer „Rückkehr in Würde“ verhelfen. Dies beinhaltet eingehende Beratung und den selbst gefassten Entschluss, ins Heimatland zurückzukehren, wo über Büros der AWO, Caritas, Diakonie und des DRK die Begleitung fortgesetzt wird. Mit dem Rückkehrfonds werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Auslandsbüros bezahlt sowie entstehende Sach- und Reisekosten finanziert.
Hinzu kommt der Europäische Sozialfonds (ESF), der mit über 9 Milliarden Euro die Berufschancen vieler tausend Menschen in Deutschland verbessert und ihnen hilft, neue Kenntnisse zu erwerben.
Mit der Umsetzung all dieser EU-Förderprogramme, deren Durchführung in den EU-Mitgliedstaaten innerhalb von sechs Jahren mit 2,4 Milliarden Euro beziffert ist, beschäftigt sich in der Bundesrepublik Deutschland das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – EU-Fondsverwaltung, das von den Organisationen vor Ort zur Erlangung von Fördermitteln angesprochen werden muss. |