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Veröffentlichung hier am 28. Juni 2010

Interkulturelle Öffnung: Eine Chance für
Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit

Strategien, Beispiele und praktische Übungen wurden in Koblenz thematisiert

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Das Foto zeigt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Vortrag von Ruth Fischer.

Unter dem Motto „Kompetenzen stärken – kultursensibel handeln“ stand der praxisorientierte Studientag zur Interkulturellen Öffnung im Kurt-Esser-Haus in Koblenz. Die insgesamt 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer suchten gemeinsam nach Möglichkeiten „Interkultureller Öffnung“ und gingen der Frage nach, wie es Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit gelingen kann, beiderseitig bestehende Hemmschwellen zu überwinden und gemeinsames Engagement zu entwickeln.

Die Einbindung junger Migrantinnen und Migranten in die Jugendverbände und deren Arbeit thematisierte gleich zu Beginn Dr. Manfred Wittmeier vom Hessischen Jugendring. Jugendliche mit Migrationshintergrund müssten „als zentrale gesellschaftliche Akteure in der Zivilgesellschaft anerkannt und gefördert werden.“ Schließlich, so Dr. Manfred Wittmeier weiter, stellen sie Bereicherung und Wachstumspotential für Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit dar und könnten die Zukunft der Verbände sichern.

Danach präsentierte Ruth Fischer, Jugendmigrationsdienst (JMD) im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V., das von 2004 bis 2007 von der Aktion Mensch geförderte Modellprojekt „Mach mit!“ und zeigte praktisch, wie ehrenamtliches Engagement junger Migrantinnen und Migranten gelingen kann. Dabei stellten die Mitarbeiterinnen im Caritasverband fest, dass regelmäßige aufsuchende Arbeit dringend notwendig ist, um Wertschätzung zu zeigen und Vertrauen zu gewinnen. Eine Einladung genügt nicht, denn ins Büro macht sich keiner auf. Ruth Fischer: „Man muss die Jugendlichen vor Ort gewinnen. Die jungen Menschen brauchen ganz klare Aufgaben und klare Rahmenbedingungen.“ Schwerpunkt von „Mach mit!“ war es, Impulse und Anreize für soziales Engagement zu geben. Über soziale Gruppenarbeit, Workshops und das Aufgreifen von Aktionen vor Ort wurden 132 junge Menschen, darunter auch 42 Einheimische, für die Gesellschaft aktiv. Durch das Engagement wurde bei den jungen Menschen Selbstbewusstsein, Soziales Lernen, Eigeninitiative und somit auch der Integrationsprozess gefördert. Die Bevölkerung änderte ihre Einstellung hin zum Positiven und auch in der Politik fand das Projekt zahlreiche Unterstützer. Ein großer Erfolg also, der sich einstellt, wenn junge Menschen, hier insbesondere junge Migrantinnen und Migranten, Möglichkeiten finden ehrenamtlich aktiv zu werden.

Bei den anschließenden Gruppenarbeiten konnten die Fachkräfte aus Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit ihre Urteilsfähigkeit bzw. ihre Vorurteile überprüfen, ihre interkulturellen Kompetenzen steigern, aber auch Anregungen für die eigene Gruppenarbeit vor Ort mitnehmen. Eine interessante Selbsterfahrung, denn die jeweiligen Standpunkte diskutierte die Gruppe im Anschluss. So setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den jeweiligen Sichtweisen und Meinungen der anderen auseinander und änderten gegebenenfalls ihre eigene Einstellung.

Veranstalter des Studientags waren Kreisjugendamt Mayen-Koblenz, Jugendamt der Stadt Koblenz, JMD im Caritasverband Koblenz e.V., JMD im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V., die Fachstellen für Kinder- und Jugendpastoral Andernach und Koblenz, der Kreisjugendring Mayen-Koblenz sowie die Integrationsbeauftragten des Landkreises Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz.
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