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Veröffentlichung hier am 21. Juni 2010

Experten für warmes Essen besuchten
Relikt des kalten Krieges

Ehrenamtliche von „Essen auf Rädern“ aus Andernach
erlebten Ausflug an die Ahr

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Zum Foto: Jutta Villmow führte die Gruppe durch den kühlen Regierungsbunker und erinnerte an die Zeit des kalten Krieges.

In jedem Fall war es ein ungewöhnliches Ziel, das Caritas-Mitarbeiterin Monika Hessel mit ihren Essensfahrerinnen und Essensfahrern ansteuerte und zwar den Regierungsbunker in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dort wurden die Ausflügler von Jutta Villmow empfangen, die ebenfalls ehrenamtlich bei der Caritas tätig ist, allerdings bei der „Ahrweiler Tafel“. Durch ein 72 Tonnen schweres Stahltor, die Schleuse kann in zehn Sekunden geschlossen werden, betritt der Besucher das eigentliche Museum. Nur ein kleiner Teil des 19 Kilometer langen Röhrensystems ist im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben. Eine knallrote Sitzecke im Stil der 70er Jahre, eine gigantische Schalttafel wie im Raumschiff Enterprise, sogar an ein Fernsehstudio für die letzte Ansprache des Kanzlers hatte man gedacht: Alles atmet hier noch den Geist der 60er und 70er Jahre, ist faszinierend und in dem unwirklichen Umfeld auch ein wenig erschreckend. Einen Monat hätte die Regierung nach einem Atomschlag von der Ahr aus agieren können, danach wären auch für die privilegierten Bunkerbewohner die unverstrahlten Lebensmittel aufgebraucht gewesen. Auf anschauliche Weise ließ Jutta Villmow die heute jungen Menschen kaum mehr vorstellbare Zeit des kalten Krieges wieder lebendig werden. Und zwei Essensfahrer erzählten, dass sie selbst einmal im ehemaligen Regierungsbunker Dienst tun mussten.

An der frischen Luft konnten sich die Zeitreisenden wieder aufwärmen und machten sich auf Schusters Rappen auf zum „Altemwegshof“, wo sie von einer süßen Kaffeetafel empfangen wurden. Frisch gestärkt ging die Wanderung vorbei an der Klosterruine Marienthal, ein Ausflug mit vielen Eindrücken und interessanten Bildern, der am Abend im Sommergarten des Restaurants „Alt Andernach“ seinen Abschluss fand. Dort teilte Monika Hessel die Essensfahrten fürs kommende halbe Jahr ein und Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens bedankte sich bei allen Essensfahrerinnen und Essensfahrern sowie bei Monika Hessel für ihren täglichen Dienst am Nächsten.

„Essen auf Rädern“ ist ein Angebot für ältere, kranke und behinderte Menschen, die sich nur unter erschwerten Bedingungen regelmäßig eine warme Mahlzeit zubereiten können und liefert auf Wunsch Vollkost, Diabetiker Kost, Schonkost oder Diätkost. Der Service kann täglich, also auch an Sonn- und Feiertagen, genutzt werden. So ist es auch Alleinlebenden möglich, weiter in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben und trotz Alter und Behinderung zurecht zu kommen.

Wer in Andernach bzw. in einem der Stadtteile, in der Pellenz, in Nickenich oder Kruft wohnt und das Angebot von „Essen auf Rädern“ einmal unverbindlich kennen lernen möchte, kann sich mit Monika Hessel, Caritas Andernach, in Verbindung setzen; Telefon: 02632 / 25 02 34.

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