Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V.

 

 
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Interventionsstelle IST in Mayen hilft Gewaltopfern

„9. Mayener Forum gegen Gewalt“ thematisierte Täterprofile und Hilfsmöglichkeiten

         
 

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„Mayener Forum gegen Gewalt“ (MY Forum gGesB) nennt sich der Runde Tisch, der regelmäßig Vertreter von Polizei, Jurisprudenz, Gerichtshilfe, des Koblenzer Notrufs, der Gleichstellungsstellen, Jugendämter und weiterer Beratungsstellen und Hilfeinstitutionen miteinander ins Gespräch bringt. Die IST – Interventionsstelle, im September 2008 in Mayen gegründet, gilt als ein bedeutendes Resultat dieser Arbeit.

Die Fachstelle ist beim Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr angesiedelt und hilft Frauen und Kindern, die von physischer, psychischer und sozialer Gewalt in engen sozialen Beziehungen betroffen sind. Hat die Interventionsstelle von der Polizei – natürlich im Einverständnis mit dem Opfer – die nötigen Daten erhalten, kann sie sofort auf die Betroffenen zugehen und handeln. Die Opfer entscheiden selbst, ob, wie und in welchem Umfang sie Hilfe annehmen. Dabei informiert die IST auch über rechtliche Möglichkeiten nach dem Gewaltschutzgesetz, entwickelt einen persönlichen Schutzplan, hilft bei der Antragsstellung vor Gericht sowie beim Umgang mit Behörden und vermittelt auf Wunsch an andere Beratungsstellen.

Im Caritas-Mehrgenerationenhaus St. Matthias traf sich der Runde Tisch jetzt zum neunten Mal. Das „9. Mayener Forum gegen Gewalt“ hatte Rita Steffes-enn von der Beratungsstelle für Täter im Landge­richtsbezirk Koblenz nach Mayen geladen, die von ihrer Tätigkeit in der Täterarbeits­einrichtung (TAE) berichtete. Ein Täter muss nicht zwangsläufig männlich sein, vielmehr gebe es auch weiblich Gewalt, stellte die Referentin fest: „Als Frauen konnten wir es uns erlauben, das Tabuthema ‚Täterinnen’ aufzumachen.“

 

Vielfach haben es die Mitarbeiterinnen der Tätereinrichtung in Kaisersesch, Koblenz und Neuwied mit häuslicher Gewalt zu tun, die aufgrund der Tatsache, dass Täter und Opfer weiterhin unter einem Dach leben, einer besonders gefährlichen Dynamik unterworfen ist. Bei ihrer Arbeit braucht Rita Steffes-enn einen emotionalen Abstand zu den Klienten: „Ich habe es aufgegeben, verstehen zu wollen, warum jemand bleibt. Seitdem kann ich besser mit den Menschen zusammenarbeiten.“ Die Täterarbeitseinrichtung versucht, den gewalt-tätigen Täter umzupolen oder zumindest seinen Auszug aus der Wohnung zu bewirken.

Da die TAE allerdings seit Anfang dieses Jahres nur noch bei „schlagenden Partnern“ aktiv werden darf, können Täter nicht mehr erreicht werden, die beispielsweise Gewalt „nur“ angedroht haben. „Die Hochrisikofälle fallen raus“, erklärte Steffes-enn. Und sie erwähnte als krasses Beispiel eine Frau, die dem Partner die Tötung seines Kindes angedroht hatte. In diesem Fall sowie bei Stalking, Gewalt gegen Kinder oder sexueller Gewalt sind der TAE die Hände gebunden. Rita Steffes-enn: „Insgesamt gibt es 37 Kriterien und ‚schlagen’ ist nur eins davon. Die Klientel wurde damit derartig eingeschränkt, dass die jetzigen Mitarbeiter keine Möglichkeit mehr sehen“ und die Stelle am 31. Mai 2009 verlassen werden.

Die Täterarbeitseinrichtung (TAE) wird ihre Arbeit fortsetzen, allerdings ab Juni mit einem neuen Team, denn die Arbeit mit den Tätern ist der beste Opferschutz.

Bei der IST – Interventionsstelle in Mayen ändert sich nichts. Die Anlaufstelle für alle, die von physischer, psychischer und sozialer Gewalt in engen sozialen Beziehungen betroffen sind, will auch in Zukunft mit der Täterarbeitseinrichtung (TAE) zusammen-arbeiten.

Kontakt:
IST – Interventionsstelle Mayen
Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V.
Telefon: 0 26 51 / 98 69-139
interventionsstelle@caritas-mayen.de